Eine besondere Buchlesung

... gab es am 30.10. für unsere 12er im Beruflichen Gymnasium ... und alle, die dabei sein wollten.

Barbara Bišický-Ehrlich, 1974 geboren, wuchs als Kind tschechischer Emigranten in Frankfurt am Main auf ... und gab uns Einblicke in ihre Texte.

"Als ich anfing, meine Oma Helenka für dieses Buch zu befragen, wiederholte sie immer nur die gleichen Worte: ›Das kann man niemandem erzählen, Bára. Das glaubt einem kein Mensch ...‹ Sie erzählte dennoch - und ich begann zu schreiben."

Barbara Bišický-Ehrlich zeichnet als Chronistin ihrer eigenen Familiengeschichte ein mehrfaches Generationenporträt, stellte bei uns das Überleben ihrer Großeltern im Nationalsozialismus in den Mittelpunkt sowie ihre eigenen Erfahrungen als Enkelin von Holocaust-Überlebenden. 

Die Angst vor der Entdeckung und die Angst um alle, die durch Hilfe in Gefahr geraten könnten ... oder auch der freiwillige Weg nach Auschwitz ... für die Familie, aus Menschlichkeit, weil man an das Menschsein glaubte und auch die Fantasie fehlte für das, was Menschen anderen Menschen antun können ... - all das ist in den Lebensgeschichten der Großeltern von Barbara Bisický-Ehrlich, festgehalten in "Sag', dass es dir gut geht", auch zu finden.

"Jetzt musst Du leben!" ... war die Botschaft einer Mutter an ihr Kind, in dessen Familie 90 % von Nationalsozialisten ermordet wurden. Die Bedeutung von Familiengeschichten für das Verständnis des eigenen Lebens ist wirklich groß - man muss sich der Vergangenheit nur stellen und das stößt leider oft auf Hindernisse.

Über die drei Herausforderungen, schnell etwas Lustiges zu schreiben, leitete Barbara Bišický-Ehrlich zu ihrem Buch "Der Rabbiner ohne Schuh" über. Die Befragung von Kindern zum Wort Antisemitismus führte zur Erkenntnis, dass Unschuld Begriffen das Schlimme nehmen kann. Allerdings führen ausgesprochene Worte oft zu Taten, da die Hemmschwelle überwunden wurde ... und gleichzeitig sollte nichts verschwiegen oder/und tabuisiert werden ... 

"Schweigt nicht! Tretet für wichtige Dinge/Werte ein, jeder in seinem kleinen Kosmos !!!

[...] ihr seid der Schneeball, der nach außen geht", stand als Botschaft am Ende.

Wir werden in unseren Geschichtskursen das Gehörte und Angesprochene reflektieren ... und immer wieder regionale sowie Familiengeschichte in unseren Unterricht einbeziehen.